Auf außerordentlich großes Interesse stieß der Informationsabend zum Thema „Wohnen in Innichen“, der am Montag, den 18. Mai 2026, in Innichen stattfand. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen, Fördermöglichkeiten und neue gesetzliche Rahmenbedingungen im Bereich Wohnen und Wohnbau zu informieren.
Im Mittelpunkt des Abends standen die Herausforderungen rund um leistbares Wohnen sowie neue Perspektiven für die Schaffung von Wohnraum in Innichen. Referenten aus Politik, Wohnbauwesen und Bankensektor beleuchteten die verschiedenen Maßnahmen und Möglichkeiten umfassend und praxisnah.
Landesrat Dr. Peter Brunner ging in seinem Vortrag auf mehrere zentrale Themenbereiche ein. Dabei erläuterte er unter anderem die Regelungen zum Wohnen mit Preisbindung, den Energiebonus – sowohl im Allgemeinen als auch speziell im Landwirtschaftsgebiet – sowie die neuen Bestimmungen zu Wintergärten und zum sogenannten „Salva-Casa“-Dekret. Dieses ermöglicht die Sanierung und Legalisierung kleiner baulicher Unregelmäßigkeiten im bestehenden Gebäudebestand.
Besonders hervorgehoben wurde die erst kürzlich vom Südtiroler Landtag verabschiedete und bereits in Kraft getretene Wohnreform 2025. Diese sieht wichtige Neuerungen und Verbesserungen vor, insbesondere bei der Förderung von Aufstockungen bestehender Wohngebäude, beim gemeinnützigen Mietwohnbau, beim zinsbegünstigten Darlehen sowie bei weiteren Maßnahmen zur Wohnbaufinanzierung. Die Reform soll einen wichtigen Beitrag dazu leisten, mehr leistbaren Wohnraum für Ansässige zu schaffen.
Leo Resch, Direktor der KVW-Arche, stellte insbesondere das Modell der „Wohnungen mit Preisbindung“ vor. Dabei handelt es sich um eine neue Form des geförderten Wohnbaus mit dem Ziel, den Ansässigen einfach, schnell und zu erschwinglichen Preisen Wohnungen zum Kauf anzubieten. Darüber hinaus erläuterte er das Konzept des gemeinnützigen Wohnbaus, der von Organisationen ohne Gewinnabsichten wie Stiftungen, öffentlichen oder kirchlichen Körperschaften umgesetzt wird. Ziel ist der Bau oder die Sanierung von Mietwohnungen, die für mindestens 30 Jahre zu einem reduzierten Landesmietzins vermietet werden.
Die öffentliche Förderung umfasst dabei Beiträge von bis zu 55 Prozent der Bau- und Planungskosten bei Neubauten beziehungsweise bis zu 65 Prozent bei der Wiedergewinnung von Gebäuden, die seit mindestens zehn Jahren leer stehen. Dieses Modell könnte auch für Innichen von besonderer Bedeutung sein, da aktuell die Einrichtung einer eigenen Stiftung zur Schaffung von leistbaren Mietwohnungen geprüft wird. Gerade leistbare Mietwohnungen werden zunehmend zu einem entscheidenden Faktor, um den stark steigenden Mietpreisen entgegenzuwirken.
Die Experten der lokalen Südtiroler Sparkasse sowie der Raiffeisenkasse Hochpustertal informierten ausführlich über die aktuellen Möglichkeiten der Wohnbauförderung. Seit dem 1. Februar 2026 können Schenkungsbeiträge, Bausparen und zinsbegünstigte Darlehen miteinander kombiniert werden, wodurch sich neue finanzielle Chancen für junge Familien und Bauwerber ergeben. Zudem wurden die Voraussetzungen für den Zugang zu den Förderungen erläutert und anhand konkreter Beispiele verschiedene Finanzierungsmodelle für den Erwerb oder Bau eines Eigenheims vorgestellt.
Das große Interesse der zahlreichen Besucherinnen und Besucher hat deutlich gezeigt, wie zentral das Thema Wohnen für die Bevölkerung von Innichen ist. Die Schaffung zusätzlicher Wohnungen bleibt eine der wichtigsten Voraussetzungen, um leistbares Wohnen langfristig zu ermöglichen und der kontinuierlichen Preissteigerung auf dem Immobilienmarkt entgegenzuwirken.
Die Ausweisung neuer Flächen für den geförderten Wohnbau beziehungsweise für Wohnungen mit Preisbindung stellt dabei einen wesentlichen Schritt dar, um auch künftig handlungsfähig zu bleiben und jungen Menschen sowie Familien eine Perspektive in Innichen bieten zu können.
Die im Rahmen des Informationsabends gezeigten PowerPoint-Präsentationen finden sie hier:
Unterlagen Informationsabend "Wohnen in Innichen"